Häufig gestellte Fragen
FAQs
Im folgenden Bereich finden Sie die Antworten auf häufig gestellte Fragen. Sollten Ihnen diese Informationen nicht ausreichen, melden Sie sich gern bei Email oder über das Kontaktformular bei uns.
1. Wie genau ist der Ablauf zur Bestellung einer Mischlingsanalyse und was passiert weiter?
Wir benötigen von Ihnen einen Auftrag, den Sie über unseren Shop erstellen können. Sie können uns aber auch eine Email schicken (office[at]forensik-hh.com), uns per Messenger kontaktieren oder einfach anrufen. Dann bekommen Sie unser Entnahmeset mit allem, was Sie für die Entnahme brauchen per Post zugeschickt. Dies geschieht i.d.R. innerhalb von zwei Tagen nach Auftragseingang. Die Rechnung erhalten Sie automatisch (über den Shop) oder aber per Email von uns mit einigen weiteren Informationen. Wenn das Set bei Ihnen eintrifft, entnehmen Sie, wie auf dem Entnahmebogen ausführlich beschrieben die Probe(n) und schicken Sie uns die Tupfer im beiliegenden Rückumschlag wieder zurück.
Sobald Ihre Post bei uns eintrifft, erhalten Sie eine Eingangsbestätigung per Email. Auch die Ergebnisse verschicken wir elektronisch, es sei denn Sie haben für einen Aufpreis einen Postversand mit ausgedruckter Urkunde auf Fotokarton bestellt.
2. Ist das Ergebnis sicher und bekomme ich mein Geld zurück, wenn es nicht stimmt?
All diese Analysen funktionieren über Wahrscheinlichkeiten. Und Wahrscheinlichkeiten bedeuten, dass manche Dinge häufiger vorkommen mögen als andere, dass es aber auch das genaue Gegenteil geben kann. Wenn etwas 99 % sicher ist, bedeutet dies sofort, dass 1 % nicht funktioniert…
Wenn z.B. heute Lottozahlen gezogen werden, können genau diese in der nächsten Woche wieder gezogen werden. Glaubt keiner, wäre aber genauso wahrscheinlich. Und die genetischen Analysen bedienen sich der Tatsache, dass bestimmte Merkmale bei einem Hund häufiger vorkommen als bei einem Wolf und bei einem Dackel häufiger als bei einem Kangal. Häufiger heißt aber nicht immer und daher kann es keine absolute Sicherheit geben und es kann immer sein, dass die eine Analyse zu denen gehört, die völlig untypisch ist.
Hierzu haben wir auch auf Facebook eine kleine Erklärung mit dem folgenden Text und einigen erklärenden Abbildungen gepostet (21.08.2022):
ForGen informiert: Was ist ein spezifischer Genort
Es gibt Fragen, die uns einfach immer wieder gestellt werden und es gibt Ansprüche, gerade bei den genetischen Analysen von Hunden, die völlig überzogen sind. Und da wir wissen, dass diese aber von manchen Stellen propagiert werden und es dann gerne einmal heißt, ForGen könne das nicht, haben wir uns entschlossen, in unregelmäßigen Abständen kleine Erklärungen zu genetischen Analysen zu präsentieren.
Dabei weisen wir daraufhin, dass wir seit Anfang der 1990er Jahre in der forensischen Genetik tätig sind und entsprechend diese fast von Beginn an miterlebt und auch mit eigenen Studien mitgestaltet haben. Wir führen genetische Untersuchungen für komplizierteste Abstammungsgutachten oder Spurenanalysen durch und haben in zahlreichen Kapitaldelikten unser Wissen und die jeweils modernsten Methoden eingesetzt.
Wir wissen ganz genau, was möglich ist und was nicht und versuchen ständig, unser Wissen über die humane, forensische Genetik auch für unsere Tieranalysen einzusetzen.
ForGen informiert, Teil 1: Zur Rasse- und Artspezifität der genetischen Merkmale
Nehmen wir den Genort PEZ5. Er hat neun typische Merkmalsmöglichkeiten und ist spezifisch für die Familie der Canidae. D.h., wenn wir hier ein Signal bekommen, ist klar, dass in der Probe DNA eines Canidae sein muss. Welcher genau, Wolf, Dackel oder Fuchs, wissen wir noch nicht.
Jedes Tier aus der Familie der Canidae besitzt zwei PEZ5-Merkmale (eines von der Mutter, eines vom Vater). Daher sollte nun völlig klar sein, dass unmöglich jeder Wolf seine eigenen PEZ5-Merkmale haben kann, jeder Fuchs auch und jeder Hund sowieso. Und hier dann bitte noch jede einzelne Rasse. Das geht so nicht!
Vielmehr sind einzelne Merkmale häufiger bei bestimmten Arten oder Hunderassen und einige Kombinationen vielleicht total typisch für den Schäferhund. PEZ5 z.B. hat zwei Merkmale, die wir bisher nur bei Wölfen gefunden haben und bei keinem normalen Hund. Allerdings – und hier wird es schwierig – gibt es einige Wolfshund Züchtungen mit „frischem Wolfsblut“ und schon kann sich eines dieser Merkmale zeigen. Prinzipiell aber sind die Arten (also Wolf-Hund-Fuchs) sehr viel leichter auseinanderzuhalten als die verschiedenen Hunderassen!
Vielleicht ist das Merkmal 104 sehr oft beim Labrador, dann ist es ein Hinweis auf Labrador. Da PEZ5 aber nur 9 Merkmale hat, kann die 104 auch einmal beim Dackel vorkommen. Deshalb untersuchen wir immer mehrere Merkmale.
Durch die Anzahl und die Art der benutzten Genorte (die gut ausgewählt sein müssen) kann sich ein sehr guter Assay ergeben, mit dem man bei einer unbekannten Probe durchaus die verschiedenen Arten voneinander unterscheiden und auch starke Hinweise auf die Hunderassen erhalten kann.
Bei den Hunden wird es noch etwas schwieriger, weil die einzelnen Rassen sich nicht so sehr unterscheiden wie Fuchs und Wolf; sie haben gemeinsame, sehr nahe Linien. Daher sind die verschiedenen Rassen einander teilweise sehr ähnlich und ein Mischling, in dem viel Labrador steckt, kann durchaus auch hohe genetische Ähnlichkeiten zum Golden Retriever haben.
Es gibt keine reinen Boxer-, Dackel- oder Pudelmerkmale und daher können sich auch mal Werte über 100 % in einer Mischlingsanalyse ergeben. Und deshalb sind auch nicht alle 360 + Rassen gleich gut voneinander zu unterscheiden. Schnittmenge nennen wir das! Alles folgt der Statistik und statistisch gesehen, sieht ein Labrador genetisch anders aus als ein Dackel. Aber eben nur statistisch….
Und deshalb ist es nicht alles schwarz oder weiß (bzw. Dackel oder Pudel) und nicht jede Probe oder jeder Hund ist wunderbar aufzuschlüsseln.
3. Warum fragt ForGen nach einem Foto meines Hundes?
Wenn die Proben ausgewertet werden, erstellen wir das zugehörige Gutachten und schicken es Ihnen. Zusätzlich erstellen wir die Urkunde und schicken Ihnen diese zusammen mit dem Foto zu. Wenn wir kein Foto haben, müssen wir nachfragen, ob Sie eine Urkunde haben möchten oder nicht und oft genug bekommen wir dann die Bilder der Hunde erst viele Tage, manchmal sogar Wochen oder Monate nach Gutachtenausgang. Dann müssen wir den Fall erneut öffnen und die Urkunde erstellen, was doppelt Arbeit bedeutet. Sehr häufig wird dann die Gutachtennummer nicht angegeben und wir müssen sehr zeitaufwändig herausfinden, zu welchem Fall das eingeschickte Foto gehört.
4. Beziehen wir das Aussehen der Hunde in die Analyse mit ein?
Nein, das machen wir nicht. Viele phänotypische Merkmale können wir auf den Fotos gar nicht sehen, wie z.B. besonderes Unterfell, Flecken am Bauch, weiße Pfötchen oder eine Kringelrute. Entsprechend könnten wir viele wichtige Merkmale gar nicht in die Analyse einbeziehen. Gucken Sie gerne einmal die von uns vorgestellten „ForGen-Hunde an und Sie werden sehen, dass wir häufiger Hunde haben, die sich rein optisch sehr ähneln, wir aber andere Rasse-Ähnlichkeiten finden. Umgekehrt gilt es genauso.
5. Was steckt hinter den Mischlingsanalysen bei ForGen und warum sehen die Ergebnisse etwas anders aus als bei vielen anderen Laboren?
Als ordentliche Forensiker sind wir ständig bestrebt, nur das zu befunden und zu interpretieren, was tatsächlich möglich ist und nicht das zu machen, was manch einer gerne hätte. „Hundrassenanteile bin in den tief einstelligen Prozentbereich“? „Angaben, welche Rasse die Mutter ist, der Vater oder gar die Großeltern, mit einem hübschen Stammbaum“?
All das ist arg schwierig, weil z.B. auf keinem der Merkmale, die von BEIDEN Elterntieren vererbt werden, angegeben ist, ob es nun von der Mutter oder vom Vater oder gar von Opa bzw. Oma stammt. Einiges versuchen wir in diesem Post zu erklären: 25.6.2024
6. Die einzelnen Werte übersteigen 100 %, kann das sein und steckt tatsächlich ein Wolf in meinem Hund?
Bei unseren Mischlingsanalysen geben wir auch immer die genetische Ähnlichkeit zum wolfstypischen Merkmalsmuster an. D.h. ist nicht zu verwechseln mit Begriffen wie z.B. Wolfscontent oder Ähnlichem. Eine Wert von 25 % bedeutet nicht, dass wir hier einen F2 Hybriden vor uns haben, also einen Mischling in zweiter Generation. Nach dem Motto, paart sich ein Wolf mit einem Hund, ergibt sich ein F1 Mischling mit 50:50; paart sich dieser wieder mit einem Hund, werden die Nachkommen zu F2 Mischlingen mit 25 zu 75 %. Nein, so einfach ist das nicht und haben versucht, dies etwas zu erklären. Genaueres ist mitsamt Powerpoint-Illustration auf unserer Facebookseite auf dem Post vom 05.07.2023 nachzulesen. Hier einmal der dortige Text:
Warum „steckt Wolf in meinem Hund“ und warum hat mein Hund mehr als 100 % Ähnlichkeit in der Analyse?
Immer wieder werden wir gefragt, warum wir mehr als 100 % herausbekommen, wenn wir einen Mischling typisieren, der Ähnlichkeiten zu mehreren Rassen zeigt. Oder die Leute sind völlig nervös, weil wir eine genetische Ähnlichkeit von 18 % zu wolfstypischen Muster feststellen….
Und immer wieder erklären wir es dann. Heute aber haben wir einmal versucht, dies kurz und knapp darzustellen.
Auf die Kürze:
25 % Ähnlichkeit zum typischen Wolfsmuster heißt nicht, dass Ihr Hund ein F2-Hybrid, also der Nachkomme eines Wolf-Hund-F1-Mixes, der sich wieder mit einem Hund verpaart hat, ist.
Und wenn wir drei Rassen bei Ihrem Hund feststellen, die insgesamt auf vielleicht 120 % kommen, heißt das nicht, dass wir zu blöd zum Rechnen sind, sondern, dass die Rassen eine gemeinsame Schnittmenge haben aufgrund der Entstehung der Rassen.
Auch Hunde und Wölfe haben eine Schnittmenge und wir hoffen, dass wir dies ein bisschen in den Folien erklären können.
Dafür werden wir nicht bezahlt, es wird nicht von einem Superpädagogen korrektur-gelesen und daher bitten wir, kleine Fehler etc. zu entschuldigen…
Wir hoffen einfach, dass es dem ein oder anderen ein wenig hilft.
Und das Ganze haben wir uns nicht ausgedacht, es gibt zahlreiche Publikationen dazu...
7. Wieso können Geschwister unterschiedliche Ergebnisse erzielen? Und kann ich sicher feststellen, dass zwei Hunde Geschwister sind?
Siehe hierzu auch ForGen informiert! 25.2.2022 und 23.2.2021, wo sie u.a. ein kleines Erklärvideo ansehen können.

Vollgeschwister haben eine höhere Wahrscheinlichkeit komplett identische Merkmale aufzuweisen als unverwandte Individuen. Darauf basieren sämtliche Abstammungsanalysen in der humanen Forensik und es werden Abstammungswahrscheinlichkeiten errechnet.
D.h., wenn in einem autosomalen Genort beide Merkmale (Allele) zwischen zwei Individuen identisch sind, ist dies als positiver Hinweis zu werten, dass die beiden untersuchten Individuen Vollgeschwister sind. Wie stark dieser Hinweis ist, hängt dann selbstverständlich davon ab, wie häufig die jeweiligen Merkmale in der Population sind. Bei Merkmalen, die sowieso mit einer Häufigkeit von z.B. 40 % vorkommen, ist es entsprechend weniger aussagekräftig, wenn dieses als Gemeinsamkeit gefunden wird.
Ein Beispiel für eine vollständige Übereinstimmung und damit für einen Hinweis auf Vollgeschwisterschaft findet sich z.B. im Genort PEZ 01:

Da jeder Elternteil pro Genort zwei Merkmale zu vererben hat, kann allerdings auch immer das jeweils andere Merkmal auf zwei Nachkommen weitervererbt werden, was dazu führt, dass die beiden in diesen Merkmalen völlig unterschiedlich sind und entsprechend überhaupt nicht als Geschwister festzustellen sind, wie z.B. in den folgenden beiden Genorten:

D.h., dass durch solch eine genetische Untersuchung eine Geschwisterschaft nie ausgeschlossen werden kann, sie kann nur nach oben sehr gut bestätigt werden und es können auch Wahrscheinlichkeiten für das Vorliegen des Verwandtschaftsverhältnisses berechnet werden. Ein sicherer Ausschluss allerdings ist so nicht erreichbar.
Und daher können natürlich auch andere Rassen bestimmt werden, wenn z.B. der Vater das für einen Pudel typische Merkmal an den einen und das Dackel-typische Merkmal an den anderen Nachwuchs vererbt.
Hier noch einmal der Text aus dem zugehörigen Post auf Facebook:
ForGen informiert:
Zur Feststellung von Verwandtschaften….
Heutzutage kann die Wissenschaft sehr viel und der Anspruch ist bei den meisten Menschen extrem hoch. Umso unverständlicher reagieren viele, wenn ihnen gesagt wird, dass manches sich nicht 100 %ig feststellen lässt! Geschwisterschaften zum Beispiel. Diese können statistisch berechnet werden, wobei es sich aber immer nur um Wahrscheinlichkeiten handelt, und jeder weiß, dass sich manche Dinge jeder Wahrscheinlichkeit widersetzen. Sicher vererbt die Mutter immer ein Merkmal an das Kind und das zweite Merkmal bekommt es vom Vater. Das nennt sich Rekombination; das Kind wird aus den Merkmalen der Eltern zusammengewürfelt. Rein statistisch gesehen haben damit alle Kinder dieser Eltern eine höhere Wahrscheinlichkeit, gleiche Merkmale aufzuweisen, als unverwandte Kinder.
Kommen nun vielleicht zwei Menschen zu uns, beide weit über 80 Jahre alt und möchten gerne wissen, ob sie tatsächlich den gleichen Vater haben oder aber ob es damals einen Familienskandal zu verdecken galt. Es stellt sich die Frage der Vollgeschwisterschaft. Auch wichtig: Mutter und Vater sind absolut unverwandt. Das können wir untersuchen und hierzu haben wir vor einigen Jahre eine große Studie durchgeführt mit 346 sicheren Geschwisterpaaren, Tausenden von Berechnungen mit diesen Daten und dazu eine simulierte Analyse mit über einer Million simulierten Geschwisterpaaren. Was kam heraus? Geschwisterfeststellungen können gut funktionieren, müssen aber nicht. In den meisten Fällen kann man die Verwandtschaft gut feststellen; es bleiben aber immer wieder Fälle, die sich nicht lösen lassen. Und das hat nichts mit der Qualität eines Labors oder gar des Gutachters zu tun. In dieser Studie sind Einteilungen angegeben, die mittlerweile von vielen Kollegen zur Befundung genutzt werden.
Wichtig ist, dass man weiß, was man tut und keine Ergebnisse unter den Tisch fallen lässt, bzw. sie „anpasst“. Und wer der Meinung ist, man solle etwas nicht befunden, wenn es nicht 100 % ig sicher ist, hat schlicht keine Ahnung; wer behauptet, er kann alles 100 %ig sicher befunden, lügt. So einfach ist das.
Gleiches gilt hier auch für die Verwandtschaft bei Tieren; nur, dass dies in der Regel noch schwieriger ist, weil es u.a. selten möglich ist, die Beteiligten genau zu befragen (Sind Sie sicher, dass nur der Labrador von nebenan in Betracht kommt und nicht möglicherweise dessen Bruder?). Und wer garantiert uns, dass Mama und Papa Wildtier nicht schon anderweitig miteinander verwandt sind?
Dabei gibt es u.a. bei den Hunden Merkmale, die besonders häufig bei verschiedenen Rassen auftauchen, weshalb es möglich ist, diese über eine Analyse festzustellen bzw. einzugrenzen. D.h. dann allerdings auch nicht, dass der Dackel-Pudelmischling immer genau die gleichen Merkmale vererbt und die entstandenen Welpen vom Schäferlabrador-Papa auch das gleiche erhalten haben. Genauso wenig, wie die genetischen Merkmale gleich sind, werden alle Geschwisterhunde gleich aussehen. Der eine hat mehr vom Schäferhund, der andere wackelt mit kurzen Beinchen durch die Gegend. Alles Statistik und Meister Zufall. Auch sollte hier klar sein, dass diese Analyse in keiner Weise geeignet ist, festzustellen, wie genau die Elterntiere bezüglich ihrer Rassezugehörigkeit aussahen.
8. Die Analyse kann nicht stimmen – diese Rassen gibt es doch gar nicht in Rumänien oder in dem Land xy, aus dem mein Hund stammt.
Meist weiß man gar nicht, welche Rassen es wo gibt und es braucht nur einen Touristen, der mit seinem ausgefallenen chinesischen Kaiserhund ;) in dieser Region unterwegs ist und schon gibt es entsprechenden Nachwuchs. Außerdem sind gerade in Osteuropa viele sogenannte Vermehrerfabriken oder Zuchtstationen ansässig, in denen Rassen jeder Art gezüchtet werden. Aus diesen kommen immer mal wieder Tiere frei oder werden entsorgt, weil sie zur Zucht nicht mehr nützlich sind. Diese Hunde können sich dann den oft sehr großen Gruppen freilebender Hunde anschließen.
9. Was bedeutet: Die Merkmale können rekombinieren?
Wie schon beschrieben, gibt es keine für jede Rasse exklusiven Merkmale und die Bestimmung funktioniert über die Häufigkeit und die Kombination bestimmter Merkmale. Wenn also z.B. ein Pudel und ein Labrador sich paaren, gibt es einen Mischling aus diesen beiden Rassen. Der Computer wird das in den meisten Fällen herausfinden und ein entsprechendes Ergebnis liefern. Wenn wir aber in unserer Datenbank auch den Labradoodle als eigene Gruppe eingepflegt haben, erscheint als weiteres Ergebnis der Labradoodle. D.h. dass sich die Ausgangsmerkmale so zusammengefunden haben, dass sie eine weitere Rasse anzeigen. Und so könnten auch aus zwei wirklich sehr mischigen Mischlinge jeweils die Merkmale weiter vererbt werden, die in ihrer Kombination typisch für eine bestimmte Rasse sind, ohne, dass man diese den beiden Hunden ansieht.
Siehe auch Frage 7.
10. Welche Herdenschutzhunde kann ForGen erkennen?
Die folgenden HSH-Rassen /Linien/Schläge haben wir bei ForGen in unserer Datenbank:
1. Pyrenäen-Berghund
2. Maremmen-Abruzzen-Schäferhund
3. Komondor
4. Owtscharka
5. Ungarischer Kuvasz
6. Osteuropäischer Schäferhund
7. Tornjak
8. Kangal
9. Sarplaninac
10. Ciobanesc Romanesc Mioritic
11. Ciobanesc Romanesc Bucovina
12. Ciobanesc Romanesc Corb
13. Ciobanesc Romanesc Carpatin
14. Anatolischer Hirtenhund
15. Bernhardiner
16. Mastín Español
17. Akbash
18. Cão da Serra de Aires
19. Karakachan
20. Slovenský čuvač
21. Cão de Castro Laboreiro
22. Tatra-Schäferhund
23. Bergamasker Hirtenhund
24. Ellenikos Poimeniko
11. Wieso gibt es bei ForGen nicht das Ergebnis „Mischlingshund“?
Eine Datenbank kann nur die Rassen oder Gruppen erkennen, von denen eine ausreichend hohe Anzahl an nicht-verwandten Tieren eingespeist ist.
Wenn z.B. 20 ausgesuchte Boxer analysiert und eingepflegt werden, wird das Programm den nächsten Boxermischling auch als solchen erkennen, da er statistisch gesehen, gehäuft Boxer-typische Merkmale aufweisen sollte. Gleiches gilt für jede andere Rasse. Ein Mischlingshund aber ist immer ein Mix aus xy verschiedenen Rassen und hat vielleicht Merkmale typisch für Boxer und Dackel und Pudel. Ein andere Mischling wiederum hat vielleicht typische Merkmale von drei Rassen. Und das denken wir uns einmal so weiter für mehrere 100 Rassen. Und wenn wir nun 100 unverwandte Mischlingshunde in unsere Datenbank einspeisen, haben diese keine Mischlingstypischen Merkmale, sondern Merkmale für xy verschiedene Rassen….. und damit wäre irgendwann jeder untersuchte Hund ein Mischling…..(laut dem Programm) – auch der reinrassige deutsche Schäferhund…..wenn denn ausreichend SH-Mischlinge in der Datenbank vorliegen.
Es gibt einfach nicht DEN Mischlingshund und damit ist es völlig unlogisch, diesen als Gruppe zu deklarieren und noch unlogischer, ihn als Ergebnis anzubieten.
12. Warum hat ForGen keine Liste aller Hunderassen öffentlich auf der Homepage?
Wir haben 280 plus Hunderassen in unserer Datenbank und stocken ständig auf. Das heißt, dass nicht nur immer wieder neue Rassen hinzu kommen, sondern auch manche Gruppen durch zusätzliche Tiere „verbessert“ werden. Eine Liste haben wir nicht öffentlich, da es nicht nur FCI gelistete Rassen sind. Vielmehr versuchen wir, uns den Wünschen und Anforderungen unserer Auftraggeber so gut wie möglich anzupassen. Daher haben wir die meisten Rassen aus Europa und hier zusätzlich sehr viele aus dem Osten und dem Süden in unsere Datenbank aufgenommen. Darunter sind viele Rassen, die eben nicht offiziell gelistet sind und die auch recht schwierig nachzuweisen sind, weil weniger offizielle Kontrolle (durch Zuchtstandards) herrscht. D.h., dass viel häufiger mal schnell eine weitere Rasse eingekreuzt wird, um bestimmte Eigenschaften oder Fähigkeiten zu verbessern (oder auch zu verringern), ohne, dass dies bekannt ist. Und dadurch ist auch die Bandbreite der Rasse größer und variabler.
Viele denken leider, dass ein Labor besser ist, je mehr Rassen es im Angebot hat. Wir gehen da lieber nach dem Qualitätsprinzip und müssen nur feststellen, dass wir dann häufig als schlechter eingestuft werden. Tatsächlich aber sind wir der Meinung, dass manche Hunderassen gar nicht wirklich unterschieden werden können und entsprechend bieten wir das auch nicht an.
Wenn Sie eine sehr seltene Rasse „in Verdacht haben“, fragen Sie gerne explizit nach bei uns. Schließlich kann ein Computer nur Rassen finden, die er auch kennt.
